Praxistag der HGC O zum Thema „Demenz“

Wie fühlt sich der Alltag im höheren Lebensalter an? Welche Herausforderungen können körperliche Einschränkungen mit sich bringen? Und wie erleben Angehörige die Veränderungen durch eine Demenzerkrankung? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten wir, die Klasse HGC O, uns bei einem besonderen Praxistag bei unserem Kooperationspartner Haus Ruhrgarten.
Gleich zu Beginn erhielten wir eine anschauliche Einführung in das Thema Demenz. Dabei wurde deutlich, dass eine Demenzerkrankung nicht nur die betroffene Person, sondern auch das gesamte soziale Umfeld und insbesondere die Angehörigen vor große Herausforderungen stellen kann.

Ein besonderer Höhepunkt des Tages war die Arbeit mit dem Alterssimulationsanzug GERT. Durch spezielle Gewichte, Handschuhe, eine Simulationsbrille und weitere Elemente konnten wir körperliche Einschränkungen im Alter nachempfinden. Der Anzug simuliert unter anderem eine eingeschränkte Beweglichkeit, nachlassende Kraft, Veränderungen des Sehens und Hörens sowie ein vermindertes Greif- und Koordinationsvermögen.

Ein zentraler Bestandteil des Tages war zudem das Kennenlernen geeigneter Spiele, die speziell darauf abzielen, die Reaktionsfähigkeit und kognitive Leistung von Senior:innen zu fördern. Wir probierten verschiedene Ballspiele aus, bei denen ein leichter Softball im Sitzkreis hin- und hergeworfen oder -gerollt wurde.

Besonders eindrucksvoll empfanden wir die Begegnung mit zwei Angehörigen von Menschen mit Demenz. Das Haus Ruhrgarten hatte sie eingeladen, damit wir unsere Fragen direkt an sie richten konnten. In einem offenen und sehr persönlichen Gespräch erzählten sie unter anderem, woran sie die ersten Veränderungen bemerkt hatten und wie sich die Erkrankung auf das gemeinsame Leben und die familiären Beziehungen ausgewirkt hat. Wir erfuhren, wie herausfordernd es sein kann, mit Veränderungen in der Persönlichkeit, zunehmender Orientierungslosigkeit oder wiederkehrenden Alltagssituationen umzugehen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig Geduld, Verständnis und ein wertschätzender Umgang mit den Erkrankten sind. Die persönlichen Erfahrungen machten das Thema für uns besonders greifbar und vermittelten einen authentischen Einblick in die Lebensrealität betroffener Familien.

Wir danken Haus Ruhrgarten für diesen sehr interessanten und abwechslungsreichen Praxistag, der uns viel über Demenz gelehrt hat. Nun geht es für uns von Mitte September bis Mitte Dezember in das Demenzprojekt, wo wir in verschiedenen Einrichtungen, u.a. Haus Ruhrgarten und Haus Ruhrblick, betagte und demenziell erkrankte Menschen sozial betreuen.