Het Gezicht van Nijmegen – Erasmus+ Studierende entdecken mit ROC Nijmegendie niederländische Bildungslandschaft

Anfang Oktober 2026 sind wir mit 20 Studierenden der Erzieher*innen-Mittelstufen und zwei Lehrkräften ins rund 100 Kilometer entfernte Nijmegen/NL gestartet, um dort auf Studierende unserer Partnerschule ROC Nijmegen zu treffen. In den nächsten vier Tagen haben wir in Bezug auf Kindertageseinrichtung, Grundschule und Berufskolleg ein gänzlich anderes Bildungssystem sowie eine historisch-moderne Stadt kennengelernt.

Nach Anreise, Eichecken im Hotel und halbstündiger Fahrt mit den Öffentlichen wurde unsere Reisegruppe im schuleigenen „Het Restaurant“ zu einem Drei-Gänge-Mittagessen eingeladen. Auszubildende des ROC Nijmegen lernen hier Berufe wie Koch oder Servicekraft. Wir waren begeistert von dem leckeren Lunch, der hohen Qualität der Speisen und dem sehr freundlichen Service. Anschließend wurden wir durch die Berufsschule, einem sehr modernen Glasbau mit zahlreichen Etagen und eigener Mensa, geführt. Das geräumige Erdgeschoss der Schule erinnerte an eine kleine Mall mit Bäcker, Supermarkt, Friseur, Reisebüro, besagtem Restaurant, Cafe und Fitnessstudio. In diesen Geschäften arbeiten Auszubildende des ROC und auch Publikum von außen kann diese Angebote nutzen. Den Abend haben wir bei einem gemeinsamen Abendesse in Groesbeek in der Nähe unserer Unterkunft ausklingen lassen.

Am nächsten Tag haben wir uns wieder im ROC getroffen und sind in niederländisch-deutschen Kleingruppen mit einer kleinen Rallye quer durch die Stadt zum Technovium gewandert. Das ist ein Bildungs- und Innovationszentrum, wo unsere Studierenden gemeinsam mit der niederländischen Gruppe Einblicke in Naturwissenschaften, Programmieren, Robotik und Technik erhalten haben. In gemischten Kleingruppen wurden z.B. Schlüsselanhänger am Laptop geplant und mit dem 3D-Drucker ausgedruckt, Stopp-Motion-Filme gedreht, Welten in Virtual Reality geschaffen, kleine Roboter programmiert oder ein Podcast aufgenommen. Weiter ging es anschließend mit einem gemeinsamen Besuch der Stevenskerk, der größten und ältesten historischen Stadtkirche von Nijmegen, die im 13. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut wurde. Anschließend haben wir noch „Het Gezicht van Nijmegen“ (= das Gesicht von Nijmegen), eine sechs Meter hohe und fünf Meter breite Skulptur einer römischen Reitermaske, die am Nordufer des Flusses Waal seit 2020 ein berühmter Aussichtspunkt ist. Ein gemeinsames Pizzaessen in der Nijmegener Innenstadt rundete den erlebnisreichen Tag ab.

Ein weiteres Highlight war der Besuch der „Basisschool Het Talent“, einer großen Grundschule, die über 600 Kindern von einem halben Jahr bis ca. 12 Jahren einen Lernort gibt. In Kleingruppen wurden wir durch diese moderne, große und innovative Schule geführt. Bis zum 4. Lebensjahr können Kinder die Kita besuchen, danach beginnt die Grundschule, in der Kinder von 4 bis 8 und von 8 bis 12 Jahren altersgemischt unterrichtet werden. Individuelle Lernwege und Lerntempi, Begabtenförderung, Inklusion und Betreuung (in Anlehnung an unser OGS-System) wurden für uns mit Leben und vielen Beispielen gefüllt. Intensive Vergleiche und Diskussionen der verschiedenen Bildungssysteme wurden zwischen den niederländischen und deutschen Studierenden geführt. Am Nachmittag des Tages konnte unsere Gruppe in Nijmegen noch shoppen und die Kirmes besuchen. Zum Abschluss des Austausches haben wir uns mit der niederländischen Austauschgruppe zum Dinner im „La Cubanitas“ getroffen und bei köstlichen Tapas die vergangenen Tage reflektiert und besprochen. Einhelliger Tenor war, dass sich alle Beteiligten auf den Rücktausch Anfang November 2026 in Mülheim an der Ruhr am Berufskolleg Stadtmitte freuen.